Autor: Nora Legittimo

  • Phase 0 – Zusammenarbeit lernen & Entwürfe sichten und verwerfen

    Aktuell arbeiten wir mit zwei verschiedenen Architekturbüros zusammen. Beide haben uns während des Auswahlprozesses mit fünf Büros komplett, aber komplett unterschiedlich überzeugt.

    Das tun wir, um herauszufinden, wie wir als Gruppe am besten zusammenarbeiten können. Wir kennen uns lange und gut, doch ein Multimillionenprojekt wie dieses haben wir noch nicht zusammen durchgezogen.

    Wie klappt es am besten? In persönlichen, moderierten Workshops? Über konkrete Hausaufgaben, Einzelarbeit, Konsolidierung und Iterationen? Was passt zeitlich? Wie klappt das für alle im Alltag? Bleiben alle happy? Was geht gut, was nervt, was fällt leicht und was schwer, was begeistert, wo haben wir mehr erwartet?

    Nicht geplant, aber toller Nebeneffekt: wir kommen durch die unterschiedlichen Vorgehensweisen auf unterschiedliche Ideen und bei jeder Abstimmung dem Kern unserer gemeinsamen Vorstellung vom selbstbestimmten Zusammenleben im Alter immer näher.

    Bei unserem letzten Treffen am Sonntag ging es darum, die sechs Vorschläge des einen Büros zu bewerten, unsere Highlights (und auch Lowlights und Fragezeichen) zusammenzutragen, den Platzbedarf für Wohnungen und Gemeinschaftsräume nochmal auf den Prüfstand zu stellen und idealerweise zu kürzen.

    Mit welchen drei von sechs Vorschlägen wollen wir weiterdenken? Welche Kompromisse verlangt der Bestand? Schwanken wir aus guten Gründen zum „Neubau bietet soviel Flexibilität“ oder bilden wir Laien uns das nur ein? Ist der Erhalt der tollen Sandsteinwände kostspielige Liebhaberei oder können wir trotz Kompromissen auch im Bestand barrierearm unsere Vorstellungen umsetzen?

    Am Schluss haben es dreieinhalb Varianten auf die Shorlist geschafft:

    • A2 mit Bestand und Aufstockung
    • B2 mit Bestand der Außenmauern und Aufstockung
    • C1 als Neubauvariante, die die Sandsteinmauern als Umfriedung eines Hofgartens denkt
    • D als eine selbst erdachte Variante: Neubau und die Sandsteinwand wird zur Gartenmauer gestutzt

    Unsere Erkenntnisse und Fragen wandern jetzt wieder zurück an die Architekten und dann ist Sommerpause, bevor es am 7. September mit dem nächsten Workshop weitergeht.


  • philoi – wir planen unser Wohnen in Gemeinschaft

    Was am 3. Februar 2025 mit einer WhatsApp Nachricht im Freundeskreis startete, besteht inzwischen aus

    • 1 Gesellschaft
    • 7 Gesellschafter:innen
    • 1 Anwesen von 1903 in Neustadt an der Weinstraße
    • 2 Architekten für eine Konzeption der Phase 0
    • 7 unterschiedlichen Entwürfen
    • 1 Skizze
    • 6 Modellen
    • >19 gemeinsamen Besprechungen

    Was haben wir vor?

    Wir sind sieben Freund:innen, die sich seit über 20 Jahren kennen. Wir leben heute in Bensheim, Mainz und Mannheim und haben vor, unsere vierte, die letzte, Lebensphase gemeinsam in einer Hausgemeinschaft zu leben.

    Wir bauen kein privates Pflegeheim, aber auch kein Mehrfamilienhaus. Wir planen eigene Wohnungen als private Rückzugsräume, Gemeinschaftsflächen, um zusammen und in unserem Quartier auch über philoi hinaus aktiv zu sein, eine separate Wohnung erst für Gäste, dann für Pflege und alles unter der Prämisse, Barrierearmut und die Bedürfnisse im hohen Alter überall mitzudenken.

    Unser Ziel ist es, uns auf diese Weise im Alter unsere Selbständigkeit und Privatheit durch Gemeinschaft zu erhalten und Einsamkeit und Abhängigkeit zu entgehen und unsere Angehörigen zu entlasten.

    Diese Lebensphase ist für uns (wir sind zwischen 44 & 54 Jahre alt) heute noch ein Stück entfernt, aber wir nutzen die Zeit und erarbeiten uns jetzt unser Zuhause für’s Alter, schaffen bereits Wohnraum für diejenigen, die solche Umgebungen heute schon suchen und nehmen unsere Freunde, Familien und alle Interessierten als Leser:innen hier mit auf die Reise.

    Instagram: @philoi.online

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